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deadwords » interviews 21.07.2012
Suff Daddy – Es geht weiter wie bisher

Vorstellen muss man ihn schon lange nicht mehr, zu umtriebig zeigte sich Suff Daddy in den letzten beiden Jahren, in denen er neben eigenen Releases auch auf zahlreichen Produktionen anderer Künstler seine Finger im Spiel hatte. Nun wagt der Berliner den Sprung nach Übersee und wird seine Zelte künftig im australischen Sydney aufschlagen. Vorher bringt er jedoch noch sein neues Album „Suff Sells“ unter die Leute, welches mit knapp 30 Tracks praller gefüllt ist denn jeh…

DEAD: Die LP ist mit 29 Tracks ja ziemlich umfangreich geworden. War das Absicht oder hattest Du einfach so viele Beats die noch mit auf die Platte sollten?

Suff Daddy: Mein letztes Album kam vor zwei Jahren heraus. In der Zeit danach bis heute hat sich natürlich eine Menge Material angestaut, und daher hatte ich einfach das Bedürfnis, meine ganzen Lieblings-Beats aus 1 1/2 Jahren auf die Platte zu nehmen. Außerdem wollte ich sowieso mal eine Doppel-LP herausbringen. Meine vorherigen Alben waren relativ kurz.

DEAD: Wenn du „Suff Sells“ mit früheren Werken von Dir vergleichst, siehst Du da eine gewisse Weiterentwicklung was deinen Sound betrifft?

Der Sound hat sich weiterentwickelt, jedoch sind die Grundzüge immer noch dieselben. Das will ich auch so.

Suff Daddy: Ich denke der Sound hat sich schon weiterentwickelt, jedoch sind die Grundzüge immer noch dieselben. Das will ich auch so. Aber man wird zu verschiedenen Zeiten auf verschiedene Art beeinflusst und das drückt sich dann bestimmt auch in der Sample-Auswahl oder ähnlichem aus. Ausserdem spiele ich heutzutage viel mehr auf meinen Synthies als ich es früher getan habe.

DEAD: Wie war die Herangehensweise zur aktuellen Platte? Hast du einfach deine besten Beats gepickt oder ein bestimmtes Konzept verfolgt?

Suff Daddy: Bei Suff Sells gab es, wie eigentlich bei jeder meiner Platten, kein Konzept. Ich baue jeden Beat für sich, ohne Hintergedanken an ein größeres Projekt, lasse mich einfach leiten und stelle meine Platten dann nach meinem aktuellen Geschmack zusammen. Anders geht es bei mir nicht.

DEAD: Neben alten Weggefährten wie Miles Bonny, Hulk Hodn oder Twit One featurest Du unter anderem auch Elzhi. Wie kam die Zusammenarbeit zustande? Wird auch in Detroit Suff Daddy gepumpt?

Ein Beutel Weed und die Tatsache, dass ich vor Jahren mal einen Phat Kat Remix Contest gewonnen habe haben dann geholfen die Sache einzutüten.

Suff Daddy: Es ist natürlich nicht unmöglich, dass der ein oder andere auch in Detroit meine Musik hört, aber das weiss ich ehrlich gesagt nicht. Die Zusammenarbeit mit Phat Kat und Elzhi hat sich zufällig ergeben, als die beiden ein paar freie Tage in Berlin hatten. Ich kannte die Tour-Managerin, habe mit ihr ein Treffen in den Phlexton Studios in Berlin arrangiert und habe ein paar Beats eingepackt. Ein Beutel Weed und die Tatsache, dass ich vor Jahren mal einen Phat Kat Remix Contest gewonnen habe (an den er sich auch noch erinnern konnte) haben dann geholfen die Sache einzutüten.

DEAD: Wird man künftig häufiger Vocals über Deine Beats zu hören bekommen?

Suff Daddy: Ich denke, der Anteil an Vocals wird auch in Zukunft derselbe bleiben wie bisher. Nicht allzu hoch.

DEAD: In den letzten beiden Jahren ist bei Dir sehr viel passiert. Du warst eigentlich ständig unterwegs und hast dir einen inzwischen schon sehr großen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Wie nimmst Du so eine Entwicklung wahr, bzw beeinflusst sie Dich in deinem Schaffen?

Suff Daddy: Es ist einfach großartig zu sehen, dass Leute in ganz Deutschland zu meinen Gigs kommen und die Beats feiern. Das macht unglaublich viel Spaß und motiviert. Ich bin selber immer wieder überrascht, dass mittlerweile so viele Leute mit meiner Musik vertraut sind. In meinem Schaffen werd ich aber eigentlich nur durch andere Musiker und die ganzen talentierten Produzenten in meinem Umfeld beeinflusst.

DEAD: Nun brichst Du deine Zelte in Berlin ab und ziehst ins weit entfernte Down Under. Was ist der Grund für diese Veränderung und warum gerade Sydney?

Ich werde in Sydney genauso weitermachen wie hier in Berlin, ich werde weiterhin Beats machen und Platten bei MPM veröffentlichen.

Suff Daddy: Die Gründe sind eigentlich rein privater Natur. Meine Freundin und ich möchten die Welt sehen. Ich für meinen Teil habe außerdem noch nie außerhalb Deutschlands gewohnt und denke, es ist Zeit. Für uns beide haben sich in Sydney gute Optionen eröffnet. Ich werde dort unten genauso weitermachen wie hier in Berlin, ich werde weiterhin Beats machen und Platten bei MPM veröffentlichen. Außerdem habe ich eine Booking Agentur gefunden, die mir für das kommende Jahr Arbeit verschafft, ich werde im Oktober eine Australien Tour machen und es gibt auch bereits Kontakte nach Japan, Neuseeland und Malaysia. Ich wäre blöd, wenn ich diese Gelegenheit nicht nutzen würde.

DEAD: Australien ist ja bekanntermaßen sehr groß und hat auch landschaftlich viel zu bieten. Steht das Reisen und Eintauchen in die Kultur dort auch auf deiner Agenda oder ist das eher nebensächlich?

Suff Daddy: Natürlich möchte ich so viel wie möglich von Australien sehen, allerdings müssen wir erstmal in Sydney Fuß fassen. Und wenn das geschehen ist geht’s an der Ostküste Richtung Norden, dann nach Neuseeland, danach zum Uluru und später nach Asien.


DEAD: Wird man Dich in absehbarer Zeit denn auch wieder in heimischen Gefilden vorfinden?

Suff Daddy: Ich versuche jedes Jahr einmal nach Deutschland zu kommen. Ich würde gerne beim Beat BBQ 2013 vorbeischauen und anschließend eine kleine Tour machen. Das plane ich dann alles ende des Jahres.

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