3264169 Label: Eigenvertrieb
Medium: CD
Released: 2008
deadpress » reviews01.03.2009
Playpad Circus: Further Down the Line

Nachdem seine Referenzliste von krachigen Produktionen für Audio88 und cocon, über fast schon clubtaugliche Kracher (Ripe figs mit Noah23 und Bleubird) bis hin zu verzwickten Neuversionen von Odd Nosdam oder Subtle-Songs reicht, war nicht abzusehen, was einen mit dem ersten, ausschließlich von Playpad Circus selbst produzierten, Album erwarten würde. Die Überraschung kam also angekündigt und schlug doch bedeutsam ein, denn “Further Down The Line” ist zwar mit einigen für Playpad Circus typischen Sounds versehen, stellt aber die Griffigkeit und Zugänglichkeit vorheriger Produktionen zugunsten eines Klangkonzeptes in den Hintergrund. Eingebettet in Kratzen und Wummern, wie von lange nachhallenden Explosionen, graben sich hier die Songs, Strophen und Fragmente von solchen nur unter großen Mühen in die Aufmerksamkeit des Hörers. Stücke aus echten oder gedachten Filmen verhaken sich im prägnanten, extra für dieses Album eingespielten, dann gesampleten und schließlich neu zu den Songs gefügten Live Drumming von Markus Weichenberger. Melodie, Rhythmus, Arrangement, Effekte, Vorder- und Hintergrund haben hier nahezu die gleiche Bedeutung und verlieren sich doch nicht in Egalität, denn man spürt das Leben hinter den 10 viel zu kurzen Songs; ein ständiges Wachsen und Schrumpfen und wieder Wachsen. “Further Down The Line” klingt dabei wie eine vergessene Maschine, ein fiebernder Körper, derilierend im Krankenhausbett, dessen Träume im Takt von Türenschlagen und EKG-Fiepsen wechseln. Was das Album hierbei zusammenhält, ist so schwer auszumachen, wie es im Bauchgefühl beim Hören eindeutig erscheint: Eine sanfte, unbedingte Wucht.

“Further Down the Line” kann einzig auf www.playpadcircus.com bestellt werden, wo man sich eines der 103 Einzelstücke anhand des Covers selbst aussuchen darf.

http://playpadcircus.com/
Published in DEAD Magazine Issue VI
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