rts Label: Eigenvertrieb
Medium: CD/MP3
Released: 2008
deadpress » reviews01.03.2009
James P Honey & James Reindeer: Rough Tongue Surfaces

Neuigkeiten aus England. Die beiden zurzeit wohl innovativsten Rapper der Insel James P Honey und James Reindeer haben sich zusammengetan, um ein Minialbum mit acht Tracks fertigzustellen. Die meisten Beats stammen dabei von Joel Simeus aus Schweden. Diese zeichnen sich durch eine ganz eigene Stimmung aus: Im allgemeinen eher elektronisch gehalten, mit warmen synthetischen, düstereren Sounds, vielen Geräuschen, knarzenden Bässen, Flächen und reduzierten Melodien. Monoton im positiven Sinne des Wortes. Man könnte ewig zuhören. Zwei Beats bastelte der von Saarpreme bekannte Nimrod. Diese fügen sich perfekt ein und sind auch zu einem großem Teil dafür verantwortlich, dass dieses Album so rund und abwechslungsreich ist.

Beeindruckend an dieser Scheibe ist vor allem die Art des Aufbaus. Die Beats gehen lückenlos ineinander über, dieselben Motive tauchen in unterschiedlichen Songs immer wieder auf, so dass dieses Album im Grunde zu einem 40 minütigen Lied zusammenwächst, das erst im Kontext an Stärke gewinnt und verstanden werden kann. Die Stimmen und Styles von James und James harmonieren wie ihre Namen perfekt miteinander, ihre Zeilen könnten kaum treffender sein, ihr Zusammenspiel ist wie seit Jahren eingespielt. Um alle Nuancen des Inhalts zu fassen, bedarf es etlicher Male des Hörens. Doch genau das ist die Stärke dieser CD: Wer sich wiederholt 40 Minuten Zeit nimmt, wird das Album textlich wie musikalisch von Mal zu Mal besser verstehen und lieben lernen, wer allerdings schnell reinzappt oder einzelne Lieder herauspickt, dem könnten einige Stücke dahinplätschernd und langweilig vorkommen.

http://www.myspace.com/jamesphoneyjamesreindeer
Published in DEAD Magazine Issue VI
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