Blank_-_200_Mio_Puzzlestuecke Label: Eigenvertrieb
Medium: CDR
Released: 2008
deadpress » reviews01.03.2009
Blank: 200 Billionen Puzzlestücke

Der Rapper Blank aus Berlin veröffentlicht mit “200 Billionen Puzzlestücke” im Eigenvertrieb sein erstes Solo-Album. Darauf zu finden sind 12 Songs, die alle von Blank selber produziert und von diversen Instrumentalisten mit beispielsweise Geige, Gitarre oder Scratches versehen wurden. Die Beats bestehen meist aus recht einfach rumpelnden Drumsets, die dem Album eine düstere und drängende Grundstimmung geben. Zusammen mit den recht häufig auftauchenden E-Gitarren entsteht so ein fast durchgehend (an)klagender und verhalten wütender Grundton. Blanks Stakkato-Raps sind dabei meist recht schnell und leicht offbeat vorgetragene, reimlose, freie Strophen, die sich thematisch an der Grenze zwischen Individuum und Gesellschaft stoßen. Seine Wut auf die namenlose Masse der Einzelnen zieht sich dabei als roter Faden durch die Tracks, die wie in einer großen Suchbewegung geschrieben scheinen, und dadurch auch etwas im positiven Sinne schwer Fassbares an sich haben. Leider wiederholt sich so aber auch einiges, manche Sprachbilder wollen zudem einfach zu sehr nicht-funktionieren, und vor allem die Featureparts wirken abgesehen von Manuskript (Saarpreme) durch die Bank wie gut gemeinte Freundschaftsdienste. Hier zeigt sich oft auch im Kontrast zu den meist farblosen Gastauftritten das, was einen anfangs hat aufhorchen lassen: Blank lässt den Hörer mit jedem Wort spüren, dass er etwas sagen will. Dass diese Energie manchmal größer ist als das, was durch sie entsteht, spricht für sein Talent als Rapper und macht “200 Billionen Puzzlestücke” zu einer der hörenswerteren Neuerscheinungen in deutscher Sprache, und mit Stücken wie beispielsweise dem Titelsong oder “Kopf gegen Wand” sind für den an den angesprochenen Themen und Stilen Interessierten auch einige wirklich gute Gründe für den Kauf des Albums vertreten.

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Published in DEAD Magazine Issue VI
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