The_Notwist_-_The_Devil,_You_+_Me Label: City Slang
Medium: CD/LP
Released: 2008
deadpress » reviews22.08.2008
The Notwist: The Devil, you+me

Wenn ein neues Album so lang herbeigesehnt wurde wie das von The Notwist, und gleichzeitig so viel und gut besprochen – was bleibt da noch zu sagen, außer das bereits Geschriebene zu bestätigen? Im Grunde nichts. Denn es ist wirklich eine tolle Platte geworden. Sie braucht ein paar Anläufe mehr, um sich endgültig im Gehörgang festzusetzen – der Ballast vom Vorgänger ist aber auch immens. Doch alleine das Eröffnungslied „Good Lies“ verzaubert vom ersten Moment an so sehr, dass man gar nicht anders kann, als das Album immer wieder von vorn zu hören. Ab dem Moment, wenn Markus Acher mit wackeliger Stimme, nur begleitet von einer Akustikgitarre, singt: „Let’s just imitate the real, until we find a better one“, ist eigentlich schon alles entschieden. Der Rest bestätigt bald den ersten Eindruck. Nach und nach erkämpft sich jedes Lied seinen Platz, entfaltet seine Stärken, besticht mit kleinen Details.

Unterm Strich ist das sechste Studioalbum eines, in dem die Band sich zwar nicht neu erfindet, trotzdem aber einen Schritt weitergeht; nicht unbedingt nach vorne, zumindest aber aus dem Schatten von „Neon Golden“ heraus. „The Devil, you+me“ ist gleichzeitig schroffer und poppiger als der Vorgänger, kantiger aber letztlich eingängiger, fragiler und doch genauso perfektionistisch. Dass die Band nach ihrem Riesenerfolg von „Neon Golden“ gegen diesen Sound nicht anspielt, sondern ihn gleichzeitig zu bewahren und doch zu verändern sucht, ist ihr hoch anzurechnen und vielleicht auch das Ergebnis der langen Pause.

http://www.notwist.com/
http://www.cityslang.com/
Published in DEAD Magazine Issue V
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