4583871893_5b19193d54 Label: Anticon
Medium: CD/LP
Released: 2008
deadpress » reviews22.08.2008
Dosh: Wolves and Wishes

Dass der Stil der ersten Veröffentlichungen von Dosh, die gerne mit Four Tet verglichen wurden, vorbei ist, konnte man bereits auf „The Lost Take“, dem Vorgänger zu „Wolves and Wishes“, deutlich hören. Die Instrumentierung ist vielfältiger geworden, was meist auf die verschiedenen Gastmusiker zurückfällt, und durch den Einsatz von analogen Instrumenten kommt Dosh’s Sound nun viel organischer. Die bekanntesten Gäste sind Andrew Broder von Fog, der subtile bis wilde Gitarren beisteuerte, Andrew Bird an der Violine und der Singer-Songwriter Bonnie ‘Prince’ Billy. Martin Dosh begeistert wieder mit variantenreichem und virtuosem Schlagzeugspiel und strahlt mit seinen typischen gewogenen Rhodes eine Menge Ruhe aus. Das ist auch tatsächlich das Interessanteste: trotz einiger Uptempo-Beats, den zum Teil sehr vollen, oft dissonanten und in ihren Strukturen fast chaotischen Stücken, verbreitet das Album geradezu das Gegenteil von Hektik. Das dürfte wohl daran liegen, dass trotz allem Analogen immer noch ein Hauch von Electronica- und IDM-Flair den Sound von Dosh umgibt. Schön ist ebenfalls, dass das Album nicht über einzelne, besonders eingängige Lieder funktioniert, sondern als ein Ganzes. Diesmal ist es gelungen, wirklich vielschichtige Songs einzuspielen, die trotzdem nicht drohen, in einem Brei von (Rhodes-)Klängen unter zugehen – wie es schon des öfteren bei Dosh der Fall war. Genau deswegen, ist “Wolves and Wishes” wohl sein bisher bestes Album.

http://www.myspace.com/doshanticon
http://www.anticon.com/
Published in DEAD Magazine Issue V
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