This_Up_Here-David_Ramos_480 Label: Fake Four Inc.
Medium: CD
Released: 2008
deadpress » reviews22.08.2008
David Ramos: This Up Here

Das erste Solo-Album von TOCA- und Anonymous Inc.-Mitglied David Ramos entstand aus einem Sammelsurium von Kinderspielzeug-Instrumenten, Casiotones, Melodicas, Akkordeons, Glockenspielen, Akustikgitarren und lärmenden Schlagzeugsounds. Das Ganze ergibt eine schöne Mischung aus Lo-Fi-Folk und experimentellem Hip-Hop — eine Melange, bei der jedoch der Folk- und Singer-Songwriter-Anteil überwiegt. Egal ob beim leicht pathetischen „Kings and Queens“, dem entspannten „One Last Stop“, den krachigen „Sober Sunday“ und „Wax Fingers“, die Songs strotzen vor musikalischer Kreativität, Melodien, Ideen und Abwechslung. Keines der 17 Lieder überschreitet die vier Minuten Marke; das 30 sekündige „Count“ gehört sogar zu den Highlights. Stimmungsmäßig ist fast jede Coleur vertreten, vom verträumten, sehnsüchtigen „Satelite“ bis zum leichtfüßigen, positiv beschwingtem „How the Night Turn Cold“. Die meisten Stücke werden von lang gezogenen melancholischen Akkorden getragen und mit einer Mischung aus noisigen Lo-Fi-Drumsounds und organischem Schlagzeug in Downtempo-Geschwindigkeit unterlegt. Wobei auch die Rhythmen und Grooves immer wieder faszinieren und viele Tracks mit tollen Wechseln aufwarten. Dazu kommt noch David Ramos’ Gesang, häufig fast hymnisch und stark an den Melodien orientiert – was jede Menge Ohrwürmer zur Folge hat. Auch einige eher Rap dominierte Titel, die keineswegs aus der Reihe tanzen, sondern sich gut ins Gesamtbild einfügen und David Ramos’ musikalischen Hintergrund verdeutlichen, finden sich auf der Platte. Ein Album mit trashigen Lullabies, eingängigen Refrains und einer Menge Hits; vielleicht der Geheimtipp für 2008.

http://www.davidramos.com/
http://www.fakefourinc.com/
Published in DEAD Magazine Issue V
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