1236895-son-kas-requiem-for-a-vorgarten Label: Eigenvertrieb
Medium: CD
Released: 2007
deadpress » reviews26.01.2008
Son Kas: Requiem for a Vorgarten

Dreh den Noise auf, hau die Effekte auf die Stimme und pitch die Drumsamples runter: Epilog und Azabeats sind und machen Son Kas. Ihr Album heißt „Requiem for a Vorgarten“ und ist eine Lieder-Sammlung aus den Jahren 2005 bis 2007. Azabeats Instrumentale sind düstere, beklemmende, hypnotische, sphärische, einnehmende, cLOUDDEAD’sche Soundgebilde. Sie verstören, treiben und sind angenehm noisig. Das Rauschen und Kratzen unterstreicht die melancholische bis depressive Stimmung und lässt die Drums noch mehr scheppern. Epilog bewegt sich zwischen Rap und Spoken Word, thematisiert das post-pubertäre Allerlei von Sozial- und Gesellschaftskritik, Abwehr von Disziplinierungsmaßnahmen, Identitätsverweigerung und -suche, angereichert mit dem Gefühl des Hasses, der Verzweiflung und Unverständnis ob der Situation der Welt respektive der Menschheit. Die stärksten Momente des Albums passieren zweifelsohne wenn Epilog das Rap-Schema ignoriert, in Singsang verfällt oder sich mehrere Vokalspuren überlagern wie im Intro, wo die Assoziation und der Sinn den Mehrfachreim dominiert. Diesen beherrscht er zwar, jedoch gerade bei dem gewaltigem Klangrahmen, der von Aza vorgelegt wird, ist jedes Stilmittel abseits des typischen Raps sicher das bessere. Sowohl „Funktion“ mit Audio88, als auch und vor allem „Augenblick“, mit einer Strophe von Phonatic / Cocon, sind die besten Beispiele dafür. Manchen Tracks hört man ihr Alter an, jedoch gerade die Neueren verweisen auf ein Potential, dass dieses schon sehr gute Album noch weit überragen könnte.

http://www.sonkas.de/
Published in DEAD Magazine Issue IV
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